Neowise

Komet Neowise wurde erst im März 2020 entdeckt. Mit einer Bahngeschwindigkeit von 77,6km/s auf einer Ellipsenbahn der großen Halbachse 358AE (!) braucht er unfassbare 6766 irdische Jahre für einen Umlauf um die Sonne.
Wer ihn in diesen Tagen nicht beobachtet, wird ihn definitiv nie mehr in seinem Leben sehen. Und alle Nachkommen ebenfalls nicht. Und all deren Nachkommen auch nicht. Denn es ist fraglich, was mit unserer Erde in 7000 Jahren sein wird. Zuletzt konnte der Komet evt. 5000 v.Chr. gesehen werden. Ob die ersten Reisanbauer tatsächlich so gut sehen konnten oder auf die Idee kamen, das Firmament abzuscannen ist aber fraglich.
Man liest viel: "Gut sichtbar" - und so weiter. Nee. Die absolute Helligkeit beträgt nur 10mag - da muss sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt haben und es darf keinen Lichtsmog geben. Ich hab Euch gestern mal ein Foto gemacht. Der Komet ist in den Abendstunden recht tief unter dem Großen Wagen zu finden. Viele Fotos im Netz mit hellblauem Himmel und so entsprechen nicht der tatsächlichen Sichtbarkeit! Das ist alles nachbearbeitet und jeder Fotograf will natürlich für sich das spektakulärste Bild aufgenommen haben.
Mein Foto ist mit ISO 400 bei Blende 5,6 und 30 Sekunden Belichtungszeit am 18.07.2020 22:13 aufgenommen. Das geht nur mit Stativ! Erst durch die lange Belichtungszeit kommt der Komet so deutlich hervor. Profis verwenden viel hochwertigere Objektive und Nachführeinrichtungen, denn schon nach wenigen Sekunden Belichtung verschmieren die Sterne aufgrund der Erdrotation.
Probiert doch auch mal ein Foto!

Schöne Sommerferien wünscht W. Beer

 

...und ein paar Tage später war dann wieder der Nachthimmel klar. Zeit, um den Fotoapparat erneut zu zücken und mit Belichtungsoptionen zu experimentieren.
Sonnenuntergang am Feldrand
Neowise's Position am 21.07.20; 23:00 Uhr
Der Komet wird nun täglich tiefer am Himmel stehen, bis er in wenigen Tagen für ein paar tausend Jahre Abschied nimmt.
Die "Lichterkette" am unteren Bildrand stammt übrigens von einem Flugzeug.
...wenn die ISS auftaucht und man es einen Moment zu spät bemerkt...
...wenn man in der Langzeitbelichtung vor Staunen an's Stativ stößt...
Polaris und andere Objekte

Spacewalk

...bedeutet "Weltraumspaziergang". Dass so ein Spacewalk aber in Wirklichkeit gar nichts mit einem Spaziergang zu tun hat, konnten wir am 11.12.2018 live am Monitor verfolgen, als die beiden russischen Kosmonauten Oleg Kononenko und Sergey Prokopyev in einem 7 Stunden und 45 Minuten dauernden Einsatz die Sojous-Kapsel der Mission 56/57 von A. Gerst, S. Prokopjew und S. Chancellor reparierten.
Das wäre so, als ob wir von einem Bauarbeiter, der von 08:00Uhr bis 15:00Uhr Steine schleppt, Beton mischt, mit der Schaufel im Schlamm stochert und Pflastersteine verlegt behaupten, er wäre ja den ganzen Tag nur in der Natur umhergelaufen.
So ein Spacewalk wird auch als EVA (extra-vehicular activity) bezeichnet. Perfekte Planung wird vorausgesetzt. Keine Pause. Keine Nahrung. Nichts. Im dicken, fetten Raumanzug mit Atemgerät und eigener Atmosphäre. Der kleinste Fehler kann tödlich enden. Konzentration auf den Punkt und Verantwortung für das Leben anderer. Das ist kein Spaziergang!
90 Minuten Sonne und grell - 90 Minuten Nacht, schwarz und Kunstlicht.
Lest nach. Schaut Reportagen, folgt den täglichen Informationen der Astronauten (z.B. auf Twitter). Sie leisten Pionierarbeit in Medizin, Materialforschung, Biologie, Chemie, Physik, Geologie. Vielleicht schlägt die nächste Behandlung gegen Parkinson bei Opa Emil ja an, weil die entsprechenden Forschungsergebnisse aus der Schwerelosigkeit nun endlich auch unter Einfluss der Gravitationskraft umgesetzt wurden. Und vielleicht ist ja demnächst der Wirkungsgrad eurer Heizung deutlich höher, weil man jetzt mehr über den Zusammenhang zwischen Flammenbildung und Schwerkraft weiß. Ob Kleidung oder Instrumente für den Sport - selbst Teflonpfanne oder Akkuschrauber: Ohne die Forschungsergebnisse in der Schwerelosigkeit wäre unser heutiger Lebensstandard nicht denkbar.
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Die Sojous ist nicht dafür ausgelegt, dass an der Außenhülle Arbeiten im All ausgeführt werden. Mysterien wie diese - ein Bohrloch in der Außenwand (!) - sind auch nicht vorgesehen, weil deren Wahrscheinlichkeit doch gegen Null strebt. Zur Spurensicherung musste die äußere Schutzhülle mit gefährlichem Arbeitsgerät geöffnet werden. Im Vakuum in 400km Höhe bei 28000km/h. Die Ursache des Lochs ist noch immer ungeklärt, entstand es doch von innen nach außen und nicht durch den Hitzeschild.
Jedenfalls ist jetzt die Sojous-Kapsel zum Abkoppeln bereit und es bleibt zu hoffen, dass die Rückkehr der Astronauten reibungsfrei verläuft.
Gute Reise!

ISS-Mission 57/58

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Nach einem missglückten Start im Oktober dockte am 03.12.2018 nach nur wenigen Stunden Flug die Sojus-Kapsel der 58. Mission erfolgreich an der ISS an.
Gratulation!
Starke Bilder live aus 400km Höhe, wie die Kapsel bei 28000km/h millimetergenau und sanft wie eine Feder über dem Atlantik an die Raumstation andockte.

Die Astronauten: Anne Mc Clain, Oleg Kononenko, David Saint-Jacques.

Live-Bilder:
ISS (1) oder ISS (2)

Für Junkies: ISS HD Live auf's Handy laden...

Wer klopft denn da?

Ein gutes Foto verlangt nicht immer High-End-Technik. Vielmehr kommt es auf den richtigen Blick vom richtigen Standpunkt zum richtigen Moment an. Vielleicht noch die Erkenntnis, dass das da doch etwas Schönes zu sehen ist. Dazu noch etwas Licht und eine ruhige Hand. Wenn man will, dann noch die passende Position im Bild: Die Drittelregel geht immer. Und vom Glück beseelt ist, wer den Rest mit PhotoShop klären kann...

Hier ein Buntspecht, aufgenommen von Frau Untiedt im Garten.
Ist der nicht schön! Stolz mustert er das fremde Haus.
Die winzigen Augen sehen den Fotografen, doch der Specht weiß: Er hat die Situation unter Kontrolle.

Hier war es also der richtige Blick vom richtigen Standpunkt zum richtigen Moment mit passendem Licht und ruhiger Hand ....

Foto: B.Untiedt, Mai 2017

Ich bin ein Star...

...holt mich hier raus!

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shit
01/10 
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Exakt auf den Tag, vor genau einem Jahr, da gab es ähnliche Aufnahmen, da waren zwei junge Stare im gleichen Astloch flügge.
Die kleinen Scheißer (Bild.10) lassen sich bis zum letzten Moment herzlich von den Eltern bedienen und rufen permanent nach Futter. "Grrp-Grrp" heißt nämlich "Mama, ich hab Hunger".
Diesmal hab ich mich mit der Kamera etwas näher herangetraut, auch wenn das den Staren-Eltern offensichtlich gar nicht gefallen hat.
Grrp-Grrp.

WBeer

Iridium-Flares

Iridium-Flares sind optische Erscheinungen vor oder nach der Dämmerung, bei der das Sonnenlicht an den extrem stark verspiegelten Aluminiumflächen der Antennen der IRIDIUM-Satelliten mit einer unvorstellbaren Laufgeschwindigkeit zur Erde reflektiert wird. Die Satelliten selbst bewegen sich mit rund 12km pro Sekunde in ca. 770km Höhe.
Infos: http://lexikon.astronomie.info/satelliten/iridium/
Selber gucken?
http://calsky.com
http://heavens-above.com/

Foto: W.Beer
Iridium 8, 08.04.2017, 22:11Uhr